Verzicht – was bedeutet das eigentlich?

Mir sind so viele Dinge zu diesem Thema eingefallen, dass ich unbedingt einen Blogbeitrag daraus machen musste.

Ich höre bei ersten Gesprächen oft, dass eine der größten Hürden vor der GAPS-Diät  die Angst vor Verzicht ist.

Generell ist das verständlich und ich habe mich einmal ganz ehrlich gefragt wie es mir damals ging und ob ich ähnliche Gedanken hatte. Und ja, die hatte ich.

Ich hatte Angst davor, dass ich ohne meine Schokolade und andere Süßigkeiten nicht auskomme. Kein Brot, keine Brötchen, kein Croissant…kein gar nichts? Hilfe. Ich weiß noch zu gut wie sich das anfühlte und ich muss dabei wirklich sehr tief in mich hineinspüren, da es mittlerweile ganz weit weg für mich ist. Der Gedanke an diese sogenannten „Lebensmittel“ ist mir mittlerweile völlig fremd.

Glaubst du nicht? Ist aber so. Ich habe nicht einmal einen klitzekleinen Gedanken daran mir eine Tafel Schokolade zu kaufen oder beim Waffelstand anhalten zu wollen. Mein Körper lehnt diese Dinge kategorisch ab und hat Bock auf ganz andere Sachen, was er mir auch deutlich macht.

Wie kann es also sein, dass es eine Transformation gibt von „Schokolaholiker“ zu Süßkram-Abneigung?

Lass uns woanders beginnen. Was bedeutet für uns ein Genussmittel? „Genuss“, „sich Gutes tun“, „Gut essen“ hat für uns meist folgenden Inhalt:

  • Alkohol
  • Kaffee
  • Kuchen, Gebäck, Desserts, Snacks daraus
  • Sättigungsbeilage
  • Süßes
  • Frittiertes
  • Die Pizza oder Pasta beim Lieblingsitaliener
  • Sushi, Reisgerichte

Seltsam, dass alles was wir als Genuss und etwas Gutes für uns bewerten etwas ist was uns eher schadet als gut tut. Wir empfinden es aber als besonders positiv und wollen darauf nicht verzichten.

Hätten wir die Menschen vor 100-150 Jahren gefragt, was für Sie Genuss und etwas Gutes ist, wären wohl vermutlich eher solche Dinge dabei rausgekommen:

  • Frisches Fleisch
  • Gute Markknochen
  • Eine hausgemachte Suppe mit Fleischeinlage
  • Frisches Gemüse
  • Gute Fette
  • Frische Milch und die hausgemachten Produkte daraus
  • Gutes Getreide

Die Glücklichen, denn sie hatten den ganzen Mist von heute noch nicht zur Verfügung und somit nicht die Idee, dass es ihr ertrebenswertes Ziel ist, diese Dinge weiteressen zu können.

Fairer halber darf man aber eine Sache nicht vergessen: Die Menschen hatten damals nicht so eine gestörte Darmflora wie wir heute. Ein Stück weit können wir also nichts für unsere ungesunden Gelüste und unser Genussverständnis.

DENN: Wir Menschen sind eigentlich ein großes Gebilde aus mikrobieller Masse die ALLES in unserem Körper steuert. Und die Kolonien, die unseren Darm in erster Linie besiedeln, bestimmen was wir essen sollen: Denn sie fordern ihre Nahrung ein.

Es gibt zahlreiche Arbeiten darüber wie genau die Mikroben mit unserem Gehirn kommunizieren. Über Botenstoffe, über den Vagusnerv etc.

Fakt ist: SIE bestimmen deine Sucht nach Schokolade und nicht du selbst. Freaky, oder?

Wenn dir das bewusst wird, bekommst du eventuell einen anderen Blick auf deine heißgeliebten Genussmittel.

Die große Frage, die sich mir stellt ist: Wieso denken wir generell, dass wir unserem Körper, bzw. uns, etwas entziehen wenn wir den ganzen Kram nicht mehr essen? In Wahrheit GEBEN wir ihm endlich etwas und befreien ihn von dem was ihn krank macht.

Wir geben ihm in der GAPS-Ernährungsweise

  • echte Nahrung
  • bioverfügbare Nährstoffe bester Herkunft
  • beste Fette für alle seine Strukturen
  • bestes Futter für die Zellen
  • alles was unser Hormonhaushalt benötigt um zu funktionieren
  • die Möglichkeit zu entgiften
  • die Möglichkeit sich aufzubauen
  • die Möglichkeit richtig zu verdauen
  • die Möglichkeit auf Genesung
  • artgerechte Nahrung

Auch wenn der Name verwirrend ist, es ist keine Diät wie wir sie verstehen. Kein Verzicht, reines Weglassen, Aushungern oder ähnliches.

Es wird wieder so gekocht wie unser Körper es benötigt um sich selbst zu reparieren. Und es werden Dinge vorübergehend weggelassen, die die pathogene Flora füttert. Nur so besteht die Chance sie wieder unter Kontrolle zu bringen.

Warum habe ich heute also keine Gelüste mehr nach diesen ungesunden Dingen?

  • Weil ich meine gute Darmflora aufgebaut und die Fehlbesiedelung unter Kontrolle gebracht habe.
  • Weil meine blockierten Geschmacksnerven wieder so arbeiten wie sie sollen. Ich schmecke das Essen endlich wieder richtig.
  • Durch das lange süße Essen verliert man den Geschmack für sauer und bitter. Dies ist durch die andere Ernährung ebenfalls behoben.

Zudem gibt es in der Volldiät so viele tolle Dinge die man kochen und backen kann, die auch noch so viel besser schmecken als der ganze alte Kram den wir gewöhnt sind. Du findest in meinem HOW TO-Bereich immer mehr Rezepte dazu und ich bin an tollen Kochkursen dran.

Fazit: Hinterfrage deine Gelüste. Was macht deine Verdauung? Geht es dir super toll und du bist fit?

Vielleicht siehst du es dann eher als Chance das alles einmal hinter dir zu lassen und den vermeintlichen Verzicht als Neustart anzunehmen.

Bis bald,

Deine Sandra