Warum Innereien für uns so wichtig sind – inklusive einem tollen Rezept!

Die meisten schüttelt es, wenn sie an Innereien denken. Heutzutage ist es eklig, anstößig und seltsam Innereien zu verzehren. Warum eigentlich?

Es ist einfach nicht mehr „En Vogue“ und unsere Ernährungsweise und „Normalität“ hat sich drastisch verändert. Heute ist es cool Sushi zu essen oder Pizza. Vor 100 Jahren hätten die Leute über ihrem Stück Rind (für welches sie hart arbeiten mussten) wohl die Nase gerümpft, hätte man ihnen so etwas wie Sushi vorgesetzt.

So ist es heute mit Fleisch generell, aber besonders wenn es um rar konsumierte Teile vom Tier geht. Ja, ich gebe vielen Recht die sagen, dass wir die Tiere ausbeuten! Wir essen nämlich nur das was wir noch ganz cool finden und der Rest wird Hundefutter oder Müll.

Wenn früher ein Weiderind geschlachtet wurde, konnte eine Familie davon sehr lange satt werden. Und es wurde ALLES verwertet. Innereien waren die Delikatessen und es wussten alle wie gut sie ihnen tun.

Ok aber Innereien schmecken nicht – denkst du? Auch das ist ein Irrglaube, denn wie bei allem kommt es auf die Zubereitung an. Wer seine Leber in der Pfanne trocken und zäh brät, dem kann ich nicht empfehlen sie zu essen. Es gibt tolle Möglichkeiten Leber mit ihrem intensiven Geschmack zu verstecken oder gut zu kombinieren.

Das Herz, Hirn und Nieren sind so komisch für uns geworden, dass wir nicht einmal mehr in Erwägung ziehen, dass man sie essen kann. Dabei sind sie so lecker und eine Wohltat für unseren Körper.

Vergiss die Supplements, iss Innereien!

Künstliche Nahrungsergänzungen sind schlecht zu verarbeiten für den Körper. Sie sind unnatürlich und unserer Biologie fremd. Wenn der Verdauungstrakt zudem auch noch geschädigt und mangelernährt ist, fällt die Verwertung solcher Ergänzungsmittel durchaus noch schwerer. Die Resorptionsrate von Nahrungsergänzungsmitteln soll bei einem gesunden Darm bei ca. 8 % liegen. Gleichzeitig wirfst du dir sehr viele belastende Zusatz- und Füllstoffe ein, die deine Darmflora und gesamtes System belasten.

Einzelne, gut ausgewählte Nahrungsergänzungen können durchaus Sinn machen. Es macht jedoch keinen Sinn eine gute Ernährung durch Supplements zu ersetzen und davon Wunder zu erwarten.

Kommen wir einmal dazu, was zum Beispiel eine Leber beinhaltet:

  • Vitamin B12
  • Vitamin A
  • Kupfer
  • Vitamin B2
  • Vitamin B9
  • Vitamin B3
  • Vitamin B6
  • Phosphor
  • Zink
  • Eisen
  • Vitamin B1
  • Kalium
  • Vitamin D
  • Magnesium
  • Vitamin K
  • Natrium
  • Vitamin E
  • Vitamin C
  • Calcium

Wahnsinn, oder?

Und zwar alles in einer perfekt ausgeklügelten Zusammensetzung wie die Natur es geschaffen hat. Und wir sind ebenfalls von der Natur gemacht und nicht im Labor gezüchtet.

Wenn du den Geschmack von Leber nicht magst, gibt es mehrere tolle Möglichkeiten Leber in deine Ernährung zu integrieren.

  1. Verstecke sie in deinem Hackfleisch. Entweder kannst du sie in gefrorenem Zustand mit einer Reibe in dein Hackfleisch hineinraspeln oder gleich frisch hinzufügen, wenn du dein eigenes Hackfleisch zubereitest. Die „Versteck-Methode“ eignet sich sehr gut bei Kindern.
  2. Mach dir Liver Pills. Im HOW TO Bereich findest du ein Rezeptvideo dazu!
  3. Mach dir eine leckere Leberwurst selbst. Das geht einfacher als du denkst und auch dafür findest du ein Video unter HOW TO.

Nun gibt es ja noch weitere Innereien wie Herz, Hirn und Niere. Ich bin mittlerweile bei Herz angekommen und muss sagen, dass ich begeistert bin vom Rinderherz!

Es schmeckt kräftig aber nicht zu stark, hat eine gute Konsistenz (wie Steak) und lässt sich vielseitig zubereiten. Selbst meine Kinder essen es gern!

Zunächst einmal zu den Nährwerten eines Rinderherzens:

  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Niacin
  • Vitamin B5
  • Vitamin B6
  • Biotin
  • Folsäure
  • Vitamin B12
  • Vitamin C (davon jede Menge!)
  • Vitamin D
  • Vitamin E

Für die meisten dürfte es sehr überraschend sein, so etwas wie Vitamin C in etwas tierischem zu finden. Eigentlich denken wir da ja eher immer an die Zitrone.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Innereien nicht nur ein gelegentliches Gericht, sondern ein gängiges Essen auf dem Ernährungsplan sein sollten. Besonders wenn sich der Körper in einer Heilungsphase befindet, sind Innereien in größeren Mengen sehr anzuraten. In den ersten heilsamsten Stufen der GAPS Diät empfiehlt es sich sogar Leber in der Größe der eigenen Handfläche (pro Tag) zu verzehren.

Nun möchte ich dir mein neues Rezept nicht vorenthalten, da es uns äußerst gut schmeckt und bei Kindern auch gut ankommt.

Ich habe mir einen leckeren Rinderherz-Eintopf ausgedacht und habe ihn im Slow Cooker zubereitet. Wenn du keinen Slow Cooker besitzt, dann kannst du es auch in einem Schmortopf zubereiten. Wichtig ist, dass du es lang genug auf kleiner Stufe köcheln lässt, damit es schön zart wird.

Dieser Eintopf ist heilsam und nahrhaft, sättigend und einfach nur gut!

Rezept:

Zutaten

  • 2 Rinderherzen
  • 1-2 Liter Fleischbrühe
  • 1 EL Paprikapulver (ohne Zusätze, bio und frisch)
  • 1 EL getrockneter Thymian
  • 2 EL getockneter Oregano
  • Meersalz/Steinsalz nach Geschmack
  • 5 Lorbeerblätter
  • 1 EL Tomatenmark
  • 10 Strauchtomaten (bei Verträglichkeit)
  • 5 Möhren
  • ¼ Weißkohl
  • 5 Zehen Knoblauch
  • 60 g Butter

Zubereitung:

Die Rinderherzen in kleine mundgerechte Stücke schneiden (nicht zu dick und zu groß) und in den Slow Cooker geben. Mit Brühe, Lorbeerblättern und Gewürzen, sowie dem Tomatenmark übergießen und bei 4 Stunden auf HIGH köcheln lassen.

Nun das Gemüse in feine Streifen oder Scheiben schneiden und nach 2 Stunden Kochzeit hinzugeben. Nach 3 Stunden Kochzeit noch den Knoblauch pressen und zusammen mit der Butter hinzugeben.

FERTIG!

Mit einem probiotischen Lebensmittel wie Sauerkrautsaft, Kwass oder Sauerrahm und einem Salat servieren.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und Herantasten an Innereien. Es lohnt sich für deinen Körper, also trau dich!

Deine Sandra