Blogreihe Knochenbrühe versus Fleischbrühe – Teil 2

Nun weißt du schon einiges über Knochenbrühe. Doch wieso wird während der GAPS Diät immer von Fleischbrühe gesprochen?

Zunächst zu den technischen Unterschieden: Die Zubereitung.

Während bei einer Knochenbrühe tatsächlich einfach nur Knochen verwendet werden (wie es der Name schon vermuten lässt), wird bei einer Fleischbrühe ein Knochen mit Fleisch daran genutzt. Was wir nicht nutzen ist ein pures Stück Fleisch ohne Knochen.

Beispiele: Hähnchenkeulen, Flügel, Gerippe, Hälse, Füße, ganze Hähnchen.

Bei der Zubereitungszeit gibt es auch enorme Unterschiede. Eine Knochenbrühe kann bis zu 24h gekocht werden. Eine Fleischbrühe wird nur sehr kurz gekocht, zwischen 2 und 4 Stunden (je nach Fleischsorte).

Bei der Knochenbrühe geben wir meist Essig hinzu, bei der Fleischbrühe nicht.

Während des GAPS-Protokolls ist Fleischbrühe die gefragte Variante. Es heißt zwar, dass Knochenbrühe für die Darmgesundheit gut ist (was auch absolut stimmt), jedoch ist die Fleischbrühe das was einem geschädigten Darm und Darmflora wirklich hilft. Grund dafür ist die kurze Kochzeit und die fleischigen Knochen. Es sind ganz spezielle und empfindliche Enzyme, die in einer Fleischbrühe genau richtig vorhanden sind, um den bestmöglichen Heilungserfolg zu erzielen. Knochenbrühe ist für später, bei fortgeschrittener Heilung ebenfalls nahrhaft und wertvoll. Beide Brühen haben reichlich Gelatine, jedoch hat für Menschen mit GAPS die Knochenbrühe einen Nachteil: den hohen Gehalt an Glutaminsäure.

Dies ist besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen ein Problem.

Während der GAPS Diät wird Knochenbrühe erst in späteren Stadien in der Volldiät nach ausreichend Heilung eingeführt.

Wenn Menschen mitten in der GAPS Diät stecken und kaum bis gar keinen Erfolg haben, dann ist oft die Brühe das Problem. Viele denken, sie müssten Knochenbrühe kochen und kommen damit nicht weiter. Meist stellt sich dann nach Umstellung auf eine richtig gekochte Fleischbrühe die Erfolge ein und die Darmschleimhaut darf endlich heilen.

Was macht eine gute Fleischbrühe aus?

  • Sie sollte reichhaltig sein (nicht wässrig), fettig und im Kalten gelieren.
  • Sie sollte so gut schmecken, dass du sie am liebsten an einem Tag austrinken würdest.
  • Sie sollte eine wunderschön kräftige Farbe haben und nicht blass und dünn aussehen.

Tipps für deine perfekte Fleischbrühe:

Für den Geschmack eignen sich aromatische Gemüsesorten, die du mitkochst:

Zwiebeln, Sellerie, Möhren, Fenchel, Knoblauch.

Frische Kräuter wie Rosmarin und Thymian und auch Sternanis und Zitronengras können mitgekocht und hinterher wieder entfernt werden.

Bei Rinderbrühe ist Sternanis und Ingwer mein Favorit! So unglaublich lecker…

Um sie schön zum Gelieren zu bekommen sind beim Huhn Teile wie Füße und Hälse perfekt.

Beim Rind sind Krauseknochen und Querrippen die absoluten Gelatine-Bringer und machen die Brühe sehr reichhaltig.

Gib deiner Brühe immer eine gute Menge natürliches Salz hinzu für deine Extraportion Mineralien.

Nimm niemals zu viel Wasser. Es sieht aus wie Unmengen Fleisch und Knochen in deinem Topf, aber so ist es richtig. Fülle das Wasser bis max. ca. 3-5 cm über das Fleisch auf, mehr nicht!

Koche deine Brühe nicht zu heiß und nicht zu kalt. Es sollte weder wild blubbern im Topf, noch sollte es totenstill sein. Simmern ist perfekt für die Brühe.

Und wie viel Fleischbrühe sollte man trinken?

Während der Intro Diät ist es besonders viel, denn hier wollen wir eine Raketenschnelligkeit Heilung erzielen. Hier essen wir mehrere Teller Suppe auf Basis der Fleischbrühe am Tag und trinken zusätzlich zwischen 4 und 8 Tassen der Brühe.

Während der Volldiät ist es gut noch 1-3 Tassen täglich zu trinken und viele Mahlzeiten auf Basis von Fleischbrühe, statt Wasser zu kochen.

Lust bekommen? Probiere dich aus und finde deine perfekte Brühe…

Aber eines als Warnung: Wenn du einmal daran gewöhnt bist mit Fleischbrühe zu kochen, wirst du bei einer Suppe auf Wasserbasis denken, dass du verhungerst!

So war es im Übrigen einmal: die Menschen haben Fleischbrühe für ihre Suppen verwendet und nicht Wasser. Etwas, was wir uns schleunigst wieder angewöhnen sollten.