Liebe friends,
wie versprochen beginne ich hier mit unserer Geschichte. Dort draußen gibt es viele Eltern, die aktuell genau das durchmachen, was wir erlebt haben. Vielleicht gehört auch Ihr dazu, beziehungsweise könnt etwas Ähnliches berichten. Einige von Euch sind eher auf meiner Seite gelandet, weil Ihr andere gesundheitliche Probleme habt, die zum GAP-Syndrom passen. Dennoch möchte ich Euch zu Beginn von unserer Geschichte erzählen.

Wir waren als junge Eltern fest davon überzeugt: wir tun alles für unser Wunschkind. Was soll da schief gehen? Die Zukunft ist rosa. Der Aufschlag auf dem Boden der Realität war das, was die Eltern erleben, wenn sie plötzlich feststellen, dass sich ihr Kind eben nicht normal entwickelt. Wenn diese Vermutung, dass da etwas nicht stimmt, immer stärker zu spüren wird, kommt mehr und mehr das Gefühl auf, die Kontrolle zu verlieren.

Irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem die Gewissheit da ist: Autismus. Dieses Wort, was man erst einmal näher googlen und danach verdauen muss. Wir? Mein Kind? Warum? Wo kommt das her?

Fragen, die einem NIEMAND beantworten kann und eine Prognose, die lautet: nicht heilbar, du bist also machtlos. Alle Therapien, alle Möglichkeiten, etwas zu tun, dienen der Abmilderung, der Verbesserung der Lebensqualität, aber keiner Heilung! Keinem Anpacken an der Wurzel. Ja, was ist überhaupt die Wurzel? Was ist die Ursache einer so schwerwiegenden Entwicklungsstörung? Das weiß bis heute keiner. Letztlich werden die Ursachen von sonst unerklärbaren Krankheiten in der heutigen Medizin im Bereich der Gene gesucht. Das ist auch häufig die beruhigendere Begründung, denn an Genen ist nichts zu machen. Die Diagnose Autismus fühlt sich für Eltern wie ein unfassbar großer Verlust aller Wünsche an. Wie eine Gefahr, ein abruptes Ende ihrer Vorstellung einer heilen Welt für ihr Kind. Wird es jemals sprechen können? Wird es jemals Emotionen empfinden? Wird es jemals soziale Kontakte knüpfen können? Nähe zulassen? Einen Partner finden? Ruhe finden? Tausende Fragen die sich je nach Ausprägung des Autismus bei allen Eltern anders gestalten. Nein, Autismus ist nicht einfach „Rain Man“. Autismus hat so viele Facetten, dass man einen Autisten nicht einfach auf der Straße erkennt. Interessanterweise erkennen aber Eltern eines autistischen Kindes häufig auch eine Erkrankung bei anderen Kindern. Sie entwickeln ein Feingefühl für die Tonlagen eines Schreis, für diesen speziellen Blick in den Augen der Kinder. Für spezielle Verhaltensweisen, die oft sehr ähnlich sind. Ich musste feststellen, dass genau diese Fähigkeit in Deutschland oft nicht sonderlich ausgeprägt ist. Wir haben erschreckende Termine, sei es mit Ärzten, Ämtern oder Therapeuten erlebt, die uns ratloser gemacht haben als vorher. Wie oft hörten wir den Satz: „Geben Sie sich noch Zeit, Ihr Kind wird sich schon noch entwickeln.“ Eine fatale und trügerische Hoffnung, die letztendlich nur Zeit kostet. Alle, die in der gleichen Situation sind, wissen wovon ich spreche.

Für alle anderen, die nichts mit Autismus, sondern etwas mit einer anderen psychischen oder physischen Erkrankung zu tun haben, ist diese Ratlosigkeit sicher auch kein unbekanntes Gefühl. Es gibt einfach immer mehr Symptome, Krankheiten und diffuse körperliche Probleme, die sich keiner erklären kann und die letztendlich symptomatisch mit Medikamenten behandelt bzw. unterdrückt werden. Woran das liegt, darauf gehe ich in meinen nächsten Blogeinträgen ein.

Eltern haben Kräfte, die Berge versetzen können. Die Liebe zu Deinem Kind ist die stärkste die Du verspüren kannst. So haben sich schon viele Eltern, besonders viele Mütter, auf dieser Welt nicht mit einer Diagnose abgefunden, sondern haben nach der Ursache dafür gesucht. So ging es auch uns.

Selbst die Genetik-Erklärung ergab bei uns keinen Sinn. Also- woher kommen die Probleme unseres Kindes? Dass es uns zeitgleich selbst gesundheitlich auch immer schlechter ging, machte unsere Situation nicht besser, gab mir aber den Anreiz, nach Zusammenhängen zu suchen
Letztlich habe ich per Zufall den Zusammenhang zwischen der Ernährung und Autismus gefunden. Sehr interessant! Das testete ich aus und bemerkte nach einiger Zeit Gluten- und Casein-freier Ernährung (bekannt als Ernährungsempfehlung für Autisten) das sich da etwas tut. Es war die richtige Fährte. Ob die starken Verdauungsstörungen meines Kindes etwas mit dem Autismus zu tun haben? Ich habe meine eigenen betrachtet und wieder nach dem Zusammenhang gesucht. Eine Veröffentlichung eines Arztes in Osteuropa hat mir dann die richtige Richtung gezeigt: Mikroben.

Hefepilze, ihre Gifte und die Auswirkung auf das Gehirn. Aha! Weitere Recherche und schlaflose Nächte, da unser Kind nun mittlerweile 5 von 8 Stunden in der Nacht schrie: da war sie…die Lösung, die Erklärung, nach der ich suchte. Ich bin durch einen Zufall und die richtigen Schlagwörter auf einen Blogeintrag gestoßen, der mich zu dem Buch „Gut and Psychology Syndrome“ brachte.
Dr. Natasha Campbell McBride, die Autorin, hat das Syndrom bezeichnet, nachdem sie zum Thema Autismus unentwegt geforscht hatte. Sie selbst hatte ein Kind mit der Diagnose Autismus. Schon die ersten Seiten gaben mir die Bestätigung, dass ich angekommen war. ICH HABE EINE LÖSUNG, ICH BIN NICHT MEHR MACHTLOS, AUF GEHT`S!

Nun, dieser Moment ist über zwei Jahre her. Hinter uns liegen bereits zwei Jahre GAPS Diät und unser Leben hat sich komplett verändert! Wir durften durch diese Chance unser Kind kennenlernen und haben nun eine tolle Beziehung aufbauen können. An unsere alten Probleme müssen wir uns immer wieder aktiv erinnern, weil sie für uns kaum noch greifbar sind. Wir haben ein tolles Familienleben mit üblichen Problemen statt Ausnahmezustand entwickelt. Es fühlt sich so gut an!

Mehr dazu folgt