Was du über Nüsse und Saaten wissen musst

Teil 1- die Basics

Nüsse und Saaten:
Sie sind ein super Snack, eine Alternative beim Backen und haben selbstverständlich auch einige tolle Nährstoffe die uns gut tun. Sie enthalten viele Mineralien, Aminosäuren, und Fette und es hat sich gezeigt, dass der regelmäßige Konsum von Nüssen und Saaten sich positiv auf den Körper auswirken – WENN wir sie verdauen können! Während der GAPS-Diät sind Nüsse durchaus eine willkommene Abwechslung und sie bieten sich an, um diverses Gebäcke, Brote, Kuchen und Nussmilch herzustellen.
Doch es gibt einiges zu wissen und besonders wenn es sich um ein erkranktes Verdauungssystem handelt. Wenn die Verdauung nicht mehr adäquat funktioniert und Entzündungen, ein Leaky Gut und pathogene Stämme vorherrschen, dann ist die Nuss noch unverdaulicher als sie es ohnehin schon ist.
Warum ist die Nuss schwer verdaulich? Sie ist das Baby einer Pflanze und soll möglichst nicht verspeist werden. Die Natur schützt die Nachkömmlinge der Pflanze mit verschiedenen Antinährstoffen und für uns unverdauliche Proteine, die dem Fressfeind Verdauungsbeschwerden bereiten soll. Nüsse sind zudem sehr faserig und sollten nur eingeführt werden, wenn bestehender Durchfall verschwunden ist. Und es gilt unbedingt zu beachten, dass ein hoher Konsum von Nüssen wiederum die falschen Stämme in unserem Darm füttert und daher die Nuss absolut als Snack und nicht als Hauptmahlzeit gesehen werden sollte.

Wie werden Nüsse und Saaten nun verdaulicher? Es gibt verschiedene Techniken um die Antinährstoffe zu entfernen und die Nuss „vorzuverdauen“. Und natürlich spielt es eine Rolle ob sie zu Butter und Mehl verarbeitet oder als Ganzes gegessen wird.

Die verdaulichste Variante Nüsse zu essen ist in Form von Nussbutter. Hier fällt schon einmal viel Arbeit für das Verdauungssystem weg und somit es die beste Form Nüsse langsam in den Ernährungsplan einzuführen. Daher bestehen die ersten Pancakes mit Nüssen in der Introdiät aus Nussbutter. Es gibt zwei Varianten: Du machst deine Nussbutter selbst oder du kaufst reine Nussbutter im Laden, Bio und ohne Zusatzstoffe. Hier hast du den Nachteil, dass Nüsse nach ihrer Verarbeitung schnell ranzig werden und somit ist es die beste Idee ist, die Nüsse selbst zu Butter zu mahlen.
Du gibst deine Nüsse dazu einfach in eine Küchenmaschine oder einen Mixer und mahlst sie so lang bis sie eine cremig flüssige Konsistenz ergeben und somit zu Nussbutter geworden sind. Bewahre sie dann in einem verschlossenen Gefäß im Kühlschrank auf und verbrauche sie so schnell wie möglich.

Die nächst beste Variante ist es, die Nüsse zu Mehl zu mahlen. Gekaufte, gemahlene Nüsse haben häufig das gleiche Problem wie die Nussbutter, sodass ich dir absolut empfehle deine Nüsse selbst zu Mehl zu mahlen. Ich nehme dazu am liebsten eine elektrische Kaffeemühle, da sie das feinste Mehl macht.

Ganze Nüsse in roher Form zu essen ist die unverdaulichste Form und erst zu empfehlen wenn sich der Verdauungstrakt erholen konnte und die Verdauungsstörungen verschwunden sind.
Am allerbesten ist es natürlich, Nüsse in ihrer Schale zu kaufen und selbst zu knacken. Hier besteht die geringste Gefahr der Ranzigkeit, ABER: Wer schafft das schon so viele Nüsse zu knacken und dann auch noch weiterzubehandeln? Daher ist mein Rat, sich eine gute Quelle für biologische, hoch qualitative Nüsse und Saaten zu suchen.
Wichtig ist, keine gerösteten oder gewürzten Nüsse zu verwenden. Das Rösten erhöht die Gefahr der Ranzigkeit noch einmal immens.

Nun weißt du, in welcher Form Nüsse am verdaulichsten sind, aber wie behandelt man sie am besten vor?

Am unverdaulichsten sind natürlich rohe, nicht vorbehandelte Nüsse, was einfach nicht wirklich zu empfehlen ist. Der Körper erhält einiges an Antinährstoffen und kann die guten Nährstoffe der Nuss nicht richtig nutzen. Daher kannst du mit diesen Methoden deine Nüsse verdaulicher und wertvoller für den Körper machen, was für Menschen mit GAPS absolut wichtig ist:

  • Einweichen
  • Keimen
  • Fermentieren

Bei diesen Vorbehandlungen geben wir der Nuss die Bedingungen zu Keimen, was somit die Antinährstoffe entfernt.
Die beste Kombination, vor allem für die empfindlichsten Menschen ist:
Einweichen, dann Fermentieren
ODER
Keimen, dann Fermentieren

Es ist dazu noch eine wahre Wohltat eine vorbehandelte Nuss zu essen, denn sie schmeckt ganz anders!!
Du kannst natürlich auch das gekaufte Nussmehl oder die gekaufte Nussbutter fermentieren.
Hierzu nimmst du etwas hausgemachte Molke (vom abgehangenen Joghurt) und mischt sie unter die Masse. Beim Nussmehl so viel, dass eine Art Keksteig entsteht. So lässt du es dann mindestens 24 Stunden in einer abgedeckten Schüssel fermentieren, bevor du es zum Backen verwendest.
Eingeweichte und/oder fermentierte Nüsse kannst du hervorragend im Backofen oder im Dörrautomaten bei niedriger Hitze trocknen und danach gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.
Natürlich gilt auch hier wieder: schnell verbrauchen. Es macht daher Sinn, nie riesige Mengen an Nüssen vorzubereiten, sondern immer nur so viel wie du es auch verbrauchen kannst.

Interessant? Im nächsten Beitrag beschreibe ich genau die einzelnen Techniken zur Vorbehandlung.

Bis bald,

Deine Sandra