Intro-Diät vs. Volldiät

Für die meisten klingt es erst einmal verwirrend. Eine Ernährung, bei der man ja alles selbst kochen muss, auf die geliebte Schoki verzichtet und dann gibt es noch so viele Stufen und Versionen? Was ist denn die Intro-Diät überhaupt? Muss man das machen oder kann man das auch weglassen?

Noch einmal vorab: Die GAPS-Diät heißt nicht Diät, weil es eine kurzfristige Quälerei zum Abnehmen oder schnellem Detox ist. Das Wort Diät bedeutet ja etwas ganz anderes. Es kommt aus dem Griechischen und beschreibt eine gute, gesunde Lebensweise mit guter Ernährung. Letztlich kann man also eher sagen, jemand lebt eine gute oder schlechte „Diät“.

Die GAPS Diät selbst ist für JEDEN interessant, der mit Verdauungsstörungen zu tun hat. Sie soll antientzündlich, nahrhaft, aufbauend für die Darmflora und die Darmschleimhaut wirken. Ich kann dies mit meiner persönlichen Erfahrung absolut bestätigen. Ich habe in meinem Leben viel ausprobiert, habe jeden Ernährungstrend mitgemacht und dachte immer kurzfristig, mir damit etwas Gutes zu tun. So läuft das aber nicht. Der menschliche Körper ist nicht dazu gemacht abgefahrene Ernährungstrends zu verfolgen. Wir sind zwar ein hochentwickeltes Lebewesen und sehen uns meist über allen Dingen stehen- dabei sind wir in unserem Biorythmus, Nährstoffbedarf und Verdauungssystem noch so animalisch wie wir einmal auf diese Welt gefunden haben. Unsere Modernisierung und der Glaube daran, dass wir alles in der Hand haben und beeinflussen müssen, bringt uns in die Situation, dass wir nur noch selbst erfundenen, verarbeiteten Mist essen.

Wieder selbst zu kochen, auf das Ursprungsprodukt zurückzugreifen und eigene Produkte herzustellen- für die meisten bedeutet das erst einmal eines: Schockstarre!

Wenn ich hier an dieser Stelle noch einmal betonen darf: Ich war Miss Convenience! Ich war die Ausgeburt des schnellen Essens und Nahrungsbeschaffung. Ich hätte mir nicht vorstellen können was ich da heute in meiner Küche abziehe. 😊 Keiner sagt, dass es ein leichter Prozess war und natürlich habe ich immer wieder Tage wo selbst ich keine Lust habe zu kochen. Leute, wir sind keine Maschinen. Genau darum geht es ja. Die Bedürfnisse des eigenen Körpers wieder zu erfüllen und ihm echte Nahrung zu geben. Wenn er mit Worten zu uns sprechen könnte, würde er sicher gern sagen: „Verdammt nun koch` mir endlich mal wieder was Gescheites!“ Und da kommen wir an den Punkt wo wir sehen wie genügsam unser Körper ist. Ja, er kommt lange mit sehr wenig zurecht und hat ja, seine guten Darmbakterien die ihn sogar mit der eigenen Produktion von Nährstoffen unterstützen. Wenn wir das Glück hatten, mit einer guten Flora und guter Ernährung heranzuwachsen, dann können wir oft sogar lange Zeit Raubbau an unserem Körper betreiben bis wir erst echte Probleme fühlen.

Und dann kommt der Punkt, wo wir etwas ändern müssen. Sonst wird es irgendwann bitter.

Für mich war schon die GAPS Volldiät ein echtes Highlight. Sie eignet sich auch sehr gut für den Einstieg wenn man mit dem Thema Kochen grundsätzlich überfordert ist.

Nun hier die drei verschiedenen Diäten:

Intro-Diät: Der eigentlich wichtigste Teil der GAPS Diät, der häufig gleich zu Beginn gemacht wird.

Volldiät: Wird entweder gleich als Einstieg genommen oder nach der Intro-Diät für mindestens 2 Jahre eingehalten

Übergangsdiät: Wird durchgeführt um von der GAPS-Diät auf eine adäquate „normale“ Diät überzugehen. Langsam und schonend unter gewissen Voraussetzungen.

Intro-Diät

Dieser Teil ist der heilsamste Teil der GAPS-Diät. Die Intro soll die Darmschleimhaut wieder aufbauen und stärken, die Darmflora ins Gleichgewicht bringen und gleichzeitig eine beste Nährstoffzufuhr in bioverfügbarer Qualität liefern. Sie wird in 6 Stufen durchlaufen, beginnend mit Brühen und Suppen auf Brühenbasis, nebst probiotischer Nahrungsmittel wie Sauerkrautsaft und selbstgemachten Milchprodukten.

Wie lange dauert eine Stufe? Das kommt ganz auf deinen Körper an! Manche absolvieren die Intro in 3 Wochen, andere brauchen ein Jahr um durch zu sein. Jede Stufe wird erst dann zu der nächsthöheren verlassen, wenn der Körper dazu bereit ist neue Nahrungsmittel einzuführen. Bedeutet, dass Verdauungsstörungen nachlassen, Symptome nachlassen und man sich besser fühlt auf der jeweiligen Stufe. Kommen alte Symptome bei der nächsten Stufe zurück, so war der Körper noch nicht bereit. Hier wird dann wieder die Stufe darunter für einige Tage oder Wochen eingehalten um der Darmschleimhaut noch Zeit zu geben.

Nach Stufe 6 geht es dann in die Volldiät über.

Volldiät

Diese wird für mindestens 2 Jahre eingehalten. Hier wird weiterhin wert auf viel tierische Fette, Brühen, Gemüse und Fleischgerichte gelegt. Fleisch (besonders vom Knochen), Innereien, und Fette wie Schmalz und Butter werden reichlich gegessen. Sie bilden die Grundlage!! Hinzu kommen Gemüse aller Art bis auf sehr stärkehaltige Sorten (wie Topinambur oder Pastinake), hausgemachte Milchprodukte und jede Menge fermentierte Speisen. Hierzu zählen Sauerkraut, fermentiertes Gemüse, fermentierter Fisch oder Kwass. Als Snacks können in der Volldiät selbst gebackene Dinge aus Nüssen und Obst gegessen werden. Echter, gereifter Käse und Trockenobst gehen für die meisten as Snacks ebenfalls wunderbar. Honig ist DAS Süßungsmittel der Wahl. Auf andere künstlich hergestellte/raffinierte Zuckeraustauschstoffe wird verzichtet. Obst und Trockenobst stellt keine Grundlage dar und wird als Snack oder Geschmacksgeber in Gebäck oder Säften verwendet. Das Entsaften spielt ebenfalls eine große Rolle. Ein bis zwei Mal am Tag wird mit einem eigenen Entsafter frischer Saft aus Gemüse und Obst hergestellt. Dies dient hauptsächlich der sanften Entgiftung und der schnelleren Verfügbarkeit von Nährstoffen aus den Pflanzen, die wir sonst erst in harter Arbeit verdauen müssten.

Auf was wird verzichtet?

Auf jegliche Art von Getreide, jegliche Art verarbeiteter Lebensmittel und Zucker. Auf Stärke und klassische, gekaufte Milchprodukte wird ebenfalls streng verzichtet. Diese Produkte sind besonders bei einer gestörten Darmflora ein großes Problem und müssen gemieden werden.

Übergangsdiät

Nach Einhaltung der Volldiät für mindestens 2 Jahre, ist es möglich in die Übergangsdiät überzugehen. Voraussetzung sollte sein, dass seit mindestens 6 Monaten keine Verdauungsbeschwerden mehr vorliegen und man sich dazu bereit fühlt nach und nach wieder Lebensmittel einzuführen die bei GAPS gemieden werden. Man beginnt mit Stärke und führt langsam und Stück für Stück Kartoffeln in den Ernährungsplan ein. Danach geht es weiter mit Pseudogetreide, wie Quinoa, und schließlich über gut vorbereitete Getreide hin zum eigenen Sauerteigbrot. Alles was eingeführt wird, wird vorbehandelt, um es verdaulicher zu machen. Irgendwann können auch wieder Brote von guten Biobäckereien gegessen werden.

Da mich häufig die Frage erreicht, ob man jemals wieder „normal“ essen kann:

WAS IST NORMAL? Wenn normal ist, dass wir fertige Gerichte aus dem Backofen oder aus der Mikrowelle essen…oder uns jeden Tag eine Packung Eis vor dem Fernseher reinziehen können…dann: NEIN! Dieses „normal“ führt einen irgendwann wieder zu dem alten Problem. Jeden Menschen, egal wie stark seine Darmflora mal war, führt dies irgendwann in seinem Leben zu diesem Problem. Dass sein Verdauungstrakt beschädigt wird und gesundheitliche Probleme auf ihn zu kommen.

Das neue „normal“, wie man es nach der GAPS Diät schon von selbst empfindet, ist eine nahrhafte, größtenteils selbstgekochte und frische Ernährung. Es kommt einem schon nach kurzer Zeit dieser Umstellung nicht mehr in den Sinn den alten „normalen“ Kram zu essen.

Man hat ein neues NORMAL und das ist nur noch für andere komisch. Wenn man weiß wie es sich wirklich anfühlt gut genährt und gesund zu sein, dann will man es sowieso nie wieder missen.

Auf bald,

Eure Sandra